Prager Rattler & Whippet´s "vom goldenen Krieger"
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Osteochondrosis dissecans (OCD)

Um die Entstehung von OCD zu verstehen, muss man zuerst wissen, wie ein Knochen wächst. Der Knochen wächst beim Jungtier sowohl in den Wachstumsfugen, als auch im Bereich der Gelenksflächen. In den Wachstumsfugen und an den Gelenksflächen entstehen Knorpelzellen durch Zellteilung. Diese werden im Verlauf der Entwicklung in Knochenzellen umgewandelt.

 

Diese nicht- entzündliche Gelenkserkrankung tritt insbesondere im Bereich der Schultergelenke, der Ellbogen, sowie der Knie- und Sprunggelenke auf. Es handelt sich dabei um einen Defekt der Knorpelschicht, der infolge unzureichender Versorgung bestimmter Bereiche des Gelenkknorpels entsteht. Dort löst sich der Knorpel von seiner knöchernen Unterlage und bildet einen sogenannten Flap, der sich auch völlig lösen kann und als Gelenkmaus (Chip) frei im Gelenk flotiert. Solche Knorpelschuppen führen je nach Lage zu unterschiedlich starker Lahmheit. Betroffen sind meist jüngere Tiere großer Rassen, die Lahmheit kann ein- oder beidseitig auftreten. Mittels Röntgenaufnahmen und Arthroskopie kann die endgültige Diagnose gestellt werden. Leichte Formen lassen sich durch strikte Bewegungseinschränkung und entzündungshemmende Medikamente behandeln, in anderen Fällen und falls bereits Fragmente im Gelenk flotieren, ist eine Arthroskopie oder ein chirurgischer Eingriff notwendig, um die Fragmente aus dem Gelenk zu entfernen.

Luxation: Wenn zwei über ein Gelenk miteinander artikulierende Knochen gegeneinander verschoben sind, spricht man von einer Luxation. Hierzu zählen Erkrankungen, die herkömmlich als ausgekugeltes Schulter- oder Hüftgelenk, ausgerenktes Ellenbogen- oder Zehengelenk etc. bezeichnet werden. Aufgrund angeborener oder traumatisch bedingter Schädigungen der Bänder und Haltestrukturen können Luxationen auftreten, die vollständig oder partiell, permanent oder wiederkehrend sind.

 

Ellenbogengelenksdysplasie: Die Bezeichnung Ellbogengelenksdysplasie fasst vier verschiedene Erkrankungen, die aufgrund von Entwicklungsstörungen zu Veränderungen und Mißbildungen des Ellbogengelenkes führen, unter einem Begriff zusammen:
-Isolierter Processus anconeus (IPA)
-Osteochondrosis dissecans (OCD)
-Fragmentierter Processus coronoideus (FPC)
-Ellbogeninkongruenz


Besonders betroffen sind große und sehr große Rassen (Labrador, Rottweiler, Golden Retriever, Deutscher Schäferhund, Chow Chow), wobei die Symptome meist im Alter von 4 bis 10 Monaten beginnen.
Neben genetischen Komponenten spielen energiereiches Futter, starkes Wachstum und rasche Gewichtszunahme bei der Entwicklung der Erkrankung eine wichtige Rolle. Daher sollte auf eine gute Zucht (keine Zucht mit betroffenen Tieren und Tieren, die erkrankte Welpen geboren haben), sowie adäquate Ernährung und Gewichtskontrolle geachtet werden.

Bei der klinischen Untersuchung lassen sich je nach Erkrankung folgende Befunde erheben:
Tiere sind meist 4-6 Monate alt, zeigen nach außen gestellte Ellenbogen und Schmerzen bei Beugung- und Streckung des Ellbogens, Schmerz bei Drehbewegungen im leicht gebeugten Zustand, Reibegeräusche (Krepitation) und einen Gelenkserguß. Häufig lahmen die Tiere nicht ständig, sondern nur in bestimmeten Phasen.
Bei Fortschreiten des Prozesses der Osteoarthrose werden die klinischen Symptome chronisch, d.h.
die Tiere liegen viel und zeigen andauernde Lahmheit. Es kommt zu Knochenzubildungen (Osteophyten) und Arthrosen.
Zur Diagnosestellung werden Röntgenaufnahmen beider Ellenbogen vergleichend aus verschiedenen Richtungen angefertigt. 

 

Diese Informationen stammen aus kleintiermedizin.ch und der Tierklinik Birkenfeld, wir übernehmen für den Inhalt keine Haftung.